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'''Sand''' ist ein natürlich vorkommendes, unverfestigtes Sediment, das sich überwiegend aus Mineralkörnern mit einer Korngröße von 0,063 bis 2?Millimeter zusammensetzt. Sand ist also im Mittel gröber als Schluff (Korngröße überwiegend 0,002 bis 0,063?Millimeter) und feiner als Kies (Korngröße überwiegend 2 bis 63?Millimeter). Sand zählt außerdem zu den nicht bindigen Böden.

Die Bezeichnung ?Sand? ist ''nicht'' abhängig von der mineralischen Zusammensetzung. Der größte Teil der Sande besteht jedoch mehrheitlich aus Quarz?körnern. Vor allem dieser Quarzsand ist ein bedeutender Rohstoff für das Bauwesen sowie für die Glas- und Halbleiterindustrie.

Etymologie

Das altgerm. Wort mhd., ahd. ''sant'' ist verwandt mit griech. ''ámathos'' ?Sand?; die weiteren Beziehungen sind nicht völlig geklärt.

Entstehung

Der erste Sand der Erdgeschichte entstand aus magmatischen und metamorphen Gesteinen (z.?B. Granit oder Gneisen), die durch physikalische Verwitterung in kleinere Blöcke oder, bedingt durch chemische Verwitterung entsprechend anfälliger Gesteinsbestandteile, direkt in einzelne Mineralkörner zerfielen.

Solche Blöcke und Körner werden anfangs durch Schwerkraft, nachfolgend, bei nachlassendem Gefälle, vor allem durch Wasser von ihrem Ursprungsort weg transportiert (Erosion). Durch anhaltenden Wassertransport werden sie mehr oder weniger stark nach Größe und spezifischem Gewicht (abhängig vom Mineral aus dem sie bestehen) sortiert, indem nach Unterschreiten einer bestimmten Strömungsgeschwindigkeit die größeren Blöcke abgesetzt werden und zurück bleiben und nur noch Körner in Sandgröße und darunter weiter transportiert werden. Auch Wind kann Sand transportieren, hat aber aufgrund der geringeren Dichte von Luft generell eine stärkere Sortierwirkung und braucht überdies höhere Geschwindigkeiten. Sobald sich die Strömungsgeschwindigkeit des Transportmediums weit genug verringert, setzen sich die Sandkörner ab ? das Ergebnis ist ein sandiges Sediment. Dieses kann bei Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit jedoch wieder in Bewegung geraten, also erodiert werden.

Da die Innere Oberfläche von Sand größer ist, als die eines identischen Volumens gröberer Korngrößen, kann die Verwitterung bei Sand auf größerer Fläche angreifen, sodass einige Minerale, in geologischen Zeiträumen betrachtet, relativ schnell chemisch in Tonminerale umgewandelt oder ganz aufgelöst (z.?B. Feldspäte, mafische Minerale oder Karbonate) werden und ihr Anteil an der Gesamtmenge des Sandes im Vergleich zu chemisch resistenteren Mineralen, wie Quarz, deutlich abnimmt.

Durch mechanische Beanspruchung beim Transport ändert sich die Form und Größe der Einzelkörner, indem sie entlang der Kristallgrenzflächen gespalten oder indem während des Transports Fragmente herausgebrochen werden. Ecken und Kanten werden umso stärker gerundet und abgeschliffen, je länger der Transportweg ist. Dies ist allerdings kein linearer Prozess: Je runder und kleiner die Körner werden, desto widerstandsfähiger sind sie gegen weitere mechanische Veränderungen. Untersuchungen ergaben, dass häufig ein Transportweg von Tausenden von Kilometern nötig ist, um kantige Sandkörner mittlerer Größe auch nur mäßig zu verrunden.

Beim Transport entlang von Flussläufen können diese Weglängen nur selten erreicht werden, und auch die stetigen Bewegungen in der Brandungszone einer Küste reichen in den meisten Fällen nicht aus, um die heutzutage feststellbare gute Rundung vieler Sandkörner zu erklären, besonders dann nicht, wenn der Sand hauptsächlich aus widerstandsfähigem Quarz besteht. Erklärt wird dies damit, dass der weitaus größte Teil des heute auf der Erde vorkommenden Sandes der Verwitterung von (alternativer Volltextzugriff: ResearchGate)</ref>

Als Sonderfall ist Sand zu sehen, der aus den Kalkskeletten abgestorbener Meerestiere entstanden ist, beispielsweise aus Muschelschalen oder Korallen. In geologischen Zeiträumen betrachtet ist dieser Sand sehr kurzlebig, da die Einzelkörner während der Diagenese normalerweise so stark verändert werden, dass sie nach einer erneuten Heraushebung und Erosion nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form herausgelöst werden können. Zudem verwittert Kalkstein nur in aridem Klima rein physikalisch, ansonsten bevorzugt chemisch, d.?h., er wird eher aufgelöst statt in kleine Fragmente zerlegt.

Begrifflichkeiten

In der Bodenkunde ist Sandboden die grobkörnigste der vier Hauptbodenarten. Die Korngröße ''Sand'', die den Hauptanteil im gleichnamigen Sediment ausmacht, reicht nach der im deutschsprachigen Raum bevorzugten Einteilung nach DIN 4022 von 0,063 bis 2?mm Äquivalentdurchmesser und liegt damit zwischen der Korngröße Schluff (<?0,063?mm) und Kies (>?2?mm). Sand wird weiter unterteilt in:

{| class="wikitable"
|-
! Sand (S/Sa)
! Korngröße
|-
| Grobsand (gS/CSa)
| 0,63?2?mm
|-
| Mittelsand (mS/MSa)
| 0,2?0,63?mm
|-
| Feinsand (fS/FSa)
| 0,063?0,2?mm
|}

In der Praxis findet man jedoch auch davon in gewissem Umfang abweichende Klassengrenzen und Bezeichnungen:
  • ''Feinstsand'' wird in der Bodenkunde traditionell als 0,125?0,250?mm ausgeschieden ? nach DIN wäre diese Korngröße beim Feinsand einzuordnen
  • ''Grobschluff'' und Sand werden nach der Einteilung nach Von Engelhardt seit 1953 als ''Psammite'' bezeichnet (im Gegensatz zu den feinkörnigeren Peliten).
  • Gröberer Sand heißt in Norddeutschland ''Grand'', eine Bezeichnung, die auch in der Einteilung nach von Engelhardt für einen Korngrößenbereich verwendet wird, der den größten Teil der Grobsand- und der Feinkiesklasse der DIN-Norm umfasst.
  • Sande, die hauptsächlich aus Körnern einer Korngröße bestehen, nennt man ''gut sortiert'', in technischem Zusammenhang auch ''Einkorn-Gesteinskörnung''; entsprechend sind ''schlecht sortierte'' Sande solche, in denen ein breites Korngrößenspektrum vertreten ist.
  • Schlechtsortierte Sande mit hohem ''Feinanteil'' sind '' auf.
  • Geringbindige Sande können bei einem gewissen Wassergehalt ?verflüssigt? werden und sind dann unter dem Begriff Treibsand bekannt.
  • ''Rundsande'' bestehen primär aus rundlichen Komponenten (wie Geröll oder Kies), ''kantige Sande'' aus ebensolchen Körnern (Bruch- und Brechsande). Scharfkantige Sande verhalten sich weniger plastisch, sowohl in der Sedimentation als auch in Baumaterialien, weil sich die Körner verkanten. Sie lassen sich schlechter mischen, sind in Dispersionen weniger fließfähig und führen zu erhöhtem Werkzeugverschleiß. Mit Bindemittel versetzt ergeben sie widerstandsfähige, abrieb- und druckfeste Baumaterialien (siehe dazu auch Sand als endliche Ressource).
  • ''Bruchsand'', natürliche scharfkantige Sande als Verwitterungsprodukt
  • ''Quetschsand'' ist künstlich hergestellter Sand mit gebrochenen, scharfkantigen Körnern, siehe Gebrochene Mineralstoffe
  • ''Flugsand'' nennt man den infolge seiner Reinheit, seiner geringen Korngröße und seiner guten Sortierung durch den Wind besonders leicht beweglichen Sand. Bei großflächigem Auftreten tritt er oft in Form von Dünen in Erscheinung.
  • ''Flusssand'' ist ein feinkörniger Sand, der in einem Fluss von der Strömung transportiert und dabei sortiert wurde und dessen Körner durch Reibung gerundet wurden. Er ist ausgewaschen und hat somit einen geringen Anteil an Schwebstoffen und an wasserlöslichen Stoffen. Er wird daher gern als Rohstoff in der Bauwirtschaft bzw. für die Betonherstellung verwendet. In Sandgruben abgebautes Material muss meist noch gewaschen werden, weil sich tonige und organische Bestandteile angereichert haben.

Zusammensetzung

Da für die Bezeichnung Sand nur die Korngröße, nicht aber die mineralische Zusammensetzung ausschlaggebend ist, können Sande vielseitig zusammengesetzt sein. Im weit überwiegenden Anteil der heute auf der Erde vorkommenden Sande dominiert der Anteil von Körnern aus Quarz (SiO2) gegenüber anderen Mineralen (Quarzsande im weiteren Sinn). Grund dafür ist der hohe Anteil von Quarz in den Gesteinen der Erdkruste sowie seine relativ große Härte (7 auf der 10-stufigen Mohs?schen Härteskala), sowie seine Resistenz gegen chemische Verwitterung. Je nach lokaler Geologie und sonstigen Gegebenheiten können jedoch auch Sande ganz anderer mineralischer Zusammensetzung auftreten.

  • ''Karbonatsand'', benannt nach seinem Hauptbestandteil Kalziumkarbonat (CaCO3), findet sich überwiegend an Stränden von Inseln mit vorgelagertem Korallenriff. Diese werden daher auch engl. '''' oder, aufgrund ihres relativ hohen Anteils an Korallenbruchstücken, umgangssprachlich ?Korallensand? genannt. Auch ohne vorgelagertes Korallenriff können unter bestimmten Bedingungen, z.?B. in Ermangelung von Quarzsand, an Stränden relativ reine Karbonatsande, dann meist aus mehr oder minder gerundeten Bruchstücken von Mollusken?gehäusen, akkumulieren, die umgangssprachlich als ?Muschelsand? bezeichnet werden. Molluskenbruchstücke kommen aber auch in quarzdominierten marinen Strandsanden häufig vor.
  • Auf Inseln vulkanischen Ursprungs treten Sande auf, die aus der physikalischen Verwitterung von Vulkangesteinen hervorgingen. Dazu gehören unter anderem die grünlichen Olivin- und die dunklen Basalt?sande auf den Hawaii-Inseln. Basaltsand besteht, anders als Olivin- oder Quarzsand, aufgrund der überwiegend mikroskopischen Größe der Mineralkörner des Basaltes nicht aus ebensolchen Mineralkörnern, sondern aus sandkorngroßen Gesteinsbruchstücken. Da die Hawaii-Inseln sowohl vulkanischen Ursprungs als auch von Riffen umgeben sind, kommen an deren Stränden auch gemischt karbonatisch-vulkanische Sande vor.
  • Während Olivin zu den relativ verwitterungsanfälligen Schwermineralen zählt, können verwitterungsbeständigere Schwerminerale wie Magnetit, Ilmenit, Monazit oder Granat unter geeigneten Sedimentationsbedingungen auch in größerer Entfernung zu ihrem Liefergebiet lokal in form sogenannter ''Schwermineralsande'' akkumulieren. Einige solcher Anreicherungen erreichen als Schwermetallagerstätten wirtschaftliche Bedeutung.
  • In extrem trockenen Regionen der Erde können auch Sande aus relativ leicht in Wasser löslichen Mineralen entstehen. Ein Beispiel hierfür ist der feine Gips?sand, der die weißen Dünen des White Sands National Monument in der Chihuahua-Wüste in New Mexico bildet.

Neben den natürlich vorkommenden Sanden werden auch künstlich hergestellte feine Mineralgranulate als ?Sande? bezeichnet. Dazu zählt unter anderem als Hüttensand bezeichnete gemahlene Hochofenschlacke.

Eigenschaften

Mechanische Eigenschaften

Die mechanischen Eigenschaften eines Sandes werden von der Beschaffenheit (Form, Größe, Material) der Sandkörner bestimmt.

Der Reibungswinkel von Sandkegeln (auch ''Schüttwinkel'' bzw. ''stabiler Hangwinkel'' genannt) hängt von der inneren Reibung eines Sandes ab, die stark von der Form und der Größenverteilung der Sandkörner beeinflusst wird. Bei natürlichen Sanden mit guter Sortierung oder bei gesiebten Sanden (jeweils geringe Varianz bei den Korngrößen) liegt er im Falle einer allgemein guten Kornrundung bei 30°, im Falle vorwiegend kantiger Körner bei bis zu 35°. Bei schlecht sortierten Sanden (hohe Varianz bei den Korngrößen) mit dichter Kornpackung (kleinere Körner liegen in Zwischenräumen größerer Körner) kann der Schüttwinkel noch darüber liegen.

Die Dichte (Raumgewicht) eines trockenen Sandes ?''t'' ergibt sich aus der mittleren Dichte der Sandkörner ?''s'' und dem Anteil des Porenvolumens (Kornzwischenraumvolumens) am Gesamtvolumen ''n'' nach der Formel
<big>?''t'' = (1 ? ''n'') ?s</big> .<ref name="terzaghi&peck">Karl Terzaghi, Ralph B. Peck: ''Die Bodenmechanik in der Baupraxis.'' Springer-Verlag, Berlin·Göttingen·Heidelberg 1961, ISBN 978-3-642-92830-7, S.?32.</ref>
In Mitteleuropa haben Sande ihren Ursprung nicht selten in quarz- und feldspat?reichen Kristallingesteinen wie Granit und Gneis, zumeist aber in (Quarz-)Sandsteinen. Die Körner typischer mitteleuropäischer Sande haben somit eine mittlere Dichte, die ungefähr der von Quarz entspricht (2,6?g/cm³). Für einen Sand mit einem nicht unüblichen Porenvolumen von rund 40 % ergibt sich somit ein Raumgewicht von rund 1,6?g/cm³. Bei wassergesättigten Sanden ist die Dichte des Wassers ?H<sub>2O</sub> (??1?g/cm³) zu berücksichtigen. Die entsprechende Formel lautet
<big>?''g'' = (1 ? ''n'') ?s + ''n'' ?H<sub>2O</sub> = ?s ? ''n'' (?s ? ?H<sub>2O</sub>)</big> .<ref name="terzaghi&peck" />

Damit ergibt sich für einen typischen mitteleuropäischen Sand mit einem Porenvolumen von rund 40 % bei Wassersättigung ein Raumgewicht von rund 2,0?g/cm³. Generell zu beachten ist, dass auch hier die Kornsortierung, d.?h. die Breite des Korngrößenspektrums einen Einfluss hat, denn je größer die Varianz in der Korngrößenverteilung, desto kleiner der Porenraum und desto größer folglich das Raumgewicht.

Thermische Eigenschaften

Die (alternativer Volltextzugriff: ResearchGate)</ref>

Verbreitung

Sand, und in diesem Zusammenhang bezieht sich die Bezeichnung vor allem auf Quarzsand, kommt in mehr oder weniger großer Konzentration überall auf der Erdoberfläche vor. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede in der Größe der Vorkommen, die durch Faktoren wie Ausgangsgestein, Klima, regionalen und lokalen geologischen Gegebenheiten, Relief und Transportmedium bedingt sind. Sand ist ein Sediment und findet sich daher vor allem in Sedimentbecken. Im Hochgebirge, einem ausgesprochenen Erosionsgebiet, ist Sand daher nur vereinzelt zu finden, vor allem in Moränen von Talgletschern und in den Ablagerungen der Fließgewässer. Im Mittelgebirge, aber überwiegend in Tiefebenen werden hingegen große Mengen Sand von mäandrierenden Flüssen transportiert und sedimentiert. Auch am Grund von Seen gibt es teils mächtige Sandablagerungen, insofern dort größere Flüsse einmünden. Von Sandbänken und Überschwemmungsflächen kann feiner Sand ausgeblasen und über weite Stecken transportiert werden (äolischer Transport), wie überhaupt das Fehlen einer geschlossenen Vegetationsdecke das Angreifen des Windes begünstigt. So ist für viele Menschen der Begriff ?Wüste? mit dem Bild von Dünen verbunden, und tatsächlich sind große Teile der Sahara und der Namib sowie die westasiatischen Wüsten als sog. Sandwüsten von Sand geprägt (wenn er auch nicht immer in Form von Dünen auftritt). In den kalten Klimazonen sind weite Sandflächen in der Umgebung von Vorlandgletschern und Inlandeis zu finden, die man als Sander bezeichnet. Die Schmelzwässer der Inlandeisschilde der letzten Eiszeiten sind beispielsweise verantwortlich für den Sandreichtum Norddeutschlands und insbesondere Brandenburgs. Nennenswerte Sandablagerungen gibt es auch, wo Flüsse unter Bildung eines Deltas ins Meer münden. Der Sand wird dann durch küstenparallele Strömungen weiterverteilt und tritt an Flachküsten als Strand und Sandbank in Erscheinung. Bei Stürmen wird dieser Sand aufgewühlt und von den Küstenbereichen weg transportiert. So werden durch Flüsse, Strömungen und Stürme große Mengen Sand auf den Kontinentalschelfen abgelagert, von wo aus Teile durch Suspensionsströme bis in die Randbereiche der Tiefsee-Ebenen gelangen.

Generell lässt sich auch sagen, dass es dort besonders große Sandvorkommen gibt, wo eine bedeutende Rolle, und auch hier sind aus diesem Grund größere Sandvorkommen eher selten.

Durch Wind bewegter Sand und andere feinkörnige Sedimente können nach dem Prinzip des Sandstrahlgebläses an Felsformationen Korrasion (Windschliff, Winderosion) bewirken und charakteristische, mitunter bizarre Erosionsformen, beispielsweise Windkanter, Pilzfelsen oder Yardangs, herausbilden.

Sand als Lebensraum

An Land

Mitteleuropa

Reine Sandböden bestehen in Mitteleuropa, wie fast überall auf der Welt, zum allergrößten Teil aus Quarzkörnern. Die durch Sandböden gekennzeichneten Tiefländer Nordmitteleuropas werden auch als Geest bezeichnet. Sie sind das Resultat pleistozäner Sandablagerungen. In Mittel- und Süddeutschland bestehen Sandbodenlandschaften vor allem in Gegenden, in denen die Sand-, Schluff- und Tonsteine der Buntsandstein-Serie großflächig ausbeißen.

Quarzsandböden gehören zu den am wenigsten fruchtbaren Bodenarten, da Minerale, die bei ihrer Verwitterung Nährstoffe freisetzen bzw. speichern können, in solchen Böden kaum zur Verfügung stehen. Auch versickert Wasser relativ schnell in dem relativ grobporigen Substrat und Nährstoffe werden rasch ausgewaschen. Als Boden entwickeln sich bevorzugt Podsole oder podsolige Braunerden. Die Sandbodenlandschaften Mitteleuropas sind jedoch nicht vergleichbar mit den relativ kahlen und vermeintlich toten Wüsten Afrikas oder Australiens. Da hierzulande ausreichend Wasser vorhanden ist, werden offene Sandflächen relativ zügig von Pionierpflanzen, wie dem Strandhafer (''Ammophila'' spp.), der Sandsegge (''Carex arenaria''), dem Silbergras (''Corynephorus canescens'') und den Quecken (''Agropyron'' spp.) besiedelt. Später folgen u.?a. Heidekräuter (''Erica'' spp.), die an die relativ trockenen Standorte sehr gut angepasst sind. Unter natürlichen Bedingungen würden sich letztlich Buchen- oder Eichen-Birken-Mischwälder entwickeln, die zahlreichen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum bieten.

In Mitteleuropa existieren aber kaum mehr ursprüngliche Landschaften. Die Sandböden werden forstwirtschaftlich genutzt und tragen meist Kiefernmonokulturen, wie in Brandenburg oder in der Altmark. Die offene Landschaft, z.?B. der Lüneburger Heide, ist durch Rodung ehemals vorhandener Wälder entstanden und damit ebenfalls eine Kulturlandschaft.

Da die noch vorhandenen natürlichen Lebensgemeinschaften der Sandlandschaften Mitteleuropas durch den Einfluss des Menschen in ihrem Bestand bedroht sind, werden Maßnahmen getroffen, um sie unter Schutz zu stellen. Ein Beispiel hierfür war der Biotopverbund Sandachse Franken.

Übrige Welt

Nicht nur im humiden Klima Mitteleuropas dienen Sandlandschaften als Lebensraum. Auch in den eher lebensfeindlichen Sandwüsten Afrikas, Asiens und Australiens leben zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die sich im Laufe der Evolution an die extremen Bedingungen angepasst haben. Als Beispiel für eine Pflanze ist die Welwitschie (''Welwitschia mirabilis'') zu nennen, die nur in der Namibwüste vorkommt. Von den Landwirbeltieren sind es vor allem die Schuppenkriechtiere, die mit den extremen Bedingungen am besten zurechtkommen. Ein besonders spektakuläres Beispiel ist der Dornteufel (''Moloch horridus'') in der australischen Wüste. Da die Sandflächen tagsüber von der Sonne auf über 60?°C erhitzt werden, bewegen sich zahlreiche Tiere durch den Sand ?schwimmend? fort, u.?a. der Apothekerskink (''Scincus scincus'') und die Beutelmulle (''Notoryctes'' spp.) in Australien oder der Nebeltrinkerkäfer (''Onymacris unguicularis'') in der Namib. Ebenfalls in der Namib lebt der Palmatogecko, der die Tageshitze durch Nachtaktivität umgeht. Seine Füße sind mit Zwischenzehenhäuten ausgestattet, durch die er sein Körpergewicht auf einer größeren Fußsohlenoberfläche verteilen kann und so im lockeren Wüstensand nicht einsinkt.

In Gewässern

Sandiges Sediment tritt am Grund von Seen, Flüssen und küstennahen Meeresregionen auf. Im Hinblick auf seine Funktion als Lebensraum wird es auch als sandiges , Borstenwürmer und Krebstiere. Im Süßwasser gehören auch Insektenlarven dazu.<ref name="tardent" />

Verwendung

Sand ist, neben n oder -werke bezeichnet.

In vielen Wirtschaftszweigen ist Sand ein wichtiger Rohstoff oder Ausgangsstoff für die verwendeten Rohmaterialien. In erster Linie dient er als Baustoff im Tief-, Verkehrswege- und Erdbau. Des Weiteren stellt Sand einen wesentlichen Zuschlagsstoff (Gesteinskörnung) bei Baustoffen wie Beton und Mörtel dar, der als gut formbare Masse, auch für die Innen- und Fassadenverzierung von Gebäuden verwendet wird. Im Bauwesen unterscheidet man Grubensande, Bruchsande, Brechsande, Fugensande, Flusssande und Meeressande. Quarzreicher Sand ist zudem ein Rohstoff für die Zementherstellung.

Wüstensand hingegen ist für die Bauindustrie nicht brauchbar, da die Sandkörner durch den Wind rund geschliffen sind und sich durch die fehlenden Kanten nicht mehr verhaken können (siehe auch: Sand als endliche Ressource).

Quarzsand wird auch als Strahlmittel beim Kugelstrahlen (?Sandstrahlen?) eingesetzt. Als Ersatzmittel wird zunehmend feinkörniger Korund eingesetzt, da der Silikatstaub eine Silikose (?Staublunge?) hervorrufen kann. Zudem eignet sich Sand als Schleif-, Scheuer- (Scheuersand) und Poliermittel. Quarzsand ist auch Grundstoff für die Glasherstellung. Ferner dient Quarzsand als Rohstoff für die Gewinnung von reinem Silizium als Ausgangsstoff für die Fertigung von Bauteilen der Halbleitertechnik und Halbleiterelektronik.

Weiterhin wird Sand als Filtermedium in der Wasser- und Abwasseraufbereitung sowie in der Entwässerungstechnik (zum Beispiel bei Retentionsbodenfiltern) verwendet. Sande aus verschiedenen Materialien (Quarz, Korund, Zirkon) dienen als formgebendes Medium beim Sandgussverfahren.

Da Sand ein verhältnismäßig großes Porenvolumen hat, sind unterirdische Sand- und Sandsteinvorkommen wichtig als natürliches Speichermedium für Trinkwasser, Erdöl und Erdgas. Nahe der Erdoberfläche kann Sand auch als Ölsand energiewirtschaftliche und -politische Bedeutung haben.

Für den Fremdenverkehr ist Sand eine besondere Attraktion, wenn es oberflächliche Sandvorkommen in Form von Sandstränden und Dünen an der Küste gibt. Zudem findet er als Gestaltungselement in der Landschaftsplanung, im Gartenbau, im Sportbereich und auf Kinderspielplätzen (Sandkasten) Verwendung. Gewisse Sandarten eignen sich als Baustoff für Sandskulpturen.

Schienenfahrzeuge verfügen meist über eine Sandungsvorrichtung, aus der Sand auf die Schienen abgegeben werden kann, um den Reibungswiderstand der Schiene während des Bremsvorganges oder Anfahrens des Zuges zu erhöhen. Streusand wird im Winter bei Glatteis auf Fahrbahnen sowie Rad- und Fußwegen zur Wiederherstellung eines annähernd normalen Reibungswiderstandes des Untergrundes eingesetzt.

In der Vergangenheit (17. oder 18. Jahrhundert) wurde Sand als Schreibsand (auch Streusand genannt) zum Trocknen der schreibnassen Tinte verwendet, später aber durch Löschpapier ersetzt.

In Sanduhren rieselt sehr feinkörniger, gut sortierter, reiner trockener Quarzsand durch eine kleine Öffnung. Ein unter der Bezeichnung ''Vogelsand'' gehandeltes Gemisch aus überwiegend feinem Quarzsand wird als Einstreu in Vogelkäfigen verwendet. Es dient nicht nur der Hygiene, sondern unter anderem den Vögeln auch als Verdauungshilfe. Sandsäcke dienen als behelfsmäßiger Hochwasserschutz und als Schutz vor Geschossen im militärischen und zivilen Bereich.

Sand als endliche Ressource

Nur Quarzsande mit bestimmten kompositionellen und texturellen Eigenschaften können in der Bauindustrie zur Herstellung von Mörtel und Beton verwendet werden. Der jährliche Verbrauch von Sand und Kies beträgt 2018 rund 40 Milliarden Tonnen (hauptsächlich zur Herstellung von Beton).<ref name=":0">, Dokumentarfilm von Denis Delestrac, 2012

 gefördert, was zu Landverlusten und Konflikten mit den Fischern am See führt.

Analog zu ? (Open Access).</ref>

Der Bedarf an natürlichen Bausanden könnte durch Frischbetonrecycling sowie durch die bevorzugte Nutzung von recyceltem Bauschutt (sogenannte ''rezyklierte Gesteinskörnungen'') und der feinkörnigen Nebenprodukte aus der Herstellung von Gesteinskörnungen aus Naturstein (Feinsplitt, Brechsand und Gesteinsmehl, engl. zusammengefasst unter der Bezeichnung ''quarry dust'') zur Betonherstellung verringert werden.<ref name="peduzzi2014" /> Nach derzeitigem Stand (2011) kann jedoch nur ein relativ geringer Teil des natürlichen Sandes durch recycelten Betonbruch ersetzt werden, da sonst der Recycling-Beton nicht die gewünschten mechanischen Eigenschaften aufweist.

Quietschender Sand

''Quietschender Sand'' (engl. ''squeaky sand'') ist ein geologisches Phänomen, das an Sandstränden auftritt. Sand kann unter gewissen Bedingungen beim Begehen unter den Füßen quietschen.

Quietschender Sand findet sich an Stränden auf allen Kontinenten der Welt. Bedingung sind ein durchlässiger nichtbindiger Untergrund, eine bestimmte Art von Quarzsand ohne Kalkanteil sowie eine bestimmte Korngröße (etwa 150?500 Mikrometer). Der Sand muss in einer nach Korngrößen geschichteten, sogenannten ''gestörten Lage'' (hervorgerufen meist durch Wind) liegen, einen bestimmten Feuchtigkeitsgehalt aufweisen und zu einer glatten und abgerundeten Oberfläche verwittert bzw. abgeschliffen sein. Das Quietschen des Sandes entsteht durch mechanische Beanspruchung, also den beim Darüberlaufen eingetragenen Druck und die dadurch hervorgerufene Reibung zwischen den Körnern.
Der Strand ''Squeaky Beach'' im Südosten Australiens wurde nach dem quietschenden Sand benannt.

Es besteht kein Zusammenhang zum singenden Sand, der in seltenen Fällen vom Wind an Sanddünen hervorgerufen wird.<ref name=":1"></ref> Es sind kaum mehr als 30 Dünen singenden Sandes in Wüsten und an Stränden in Afrika, Asien und Nordamerika bekannt.<ref name=":1" />

Rund um den Sand

  • Durch Blitzeinschlag in Quarzsand kann Fulgurit, ein natürliches Glas, entstehen.
  • Sandfänge in Fließgewässern und Kläranlagen dienen dem Rückhalt sedimentierbarer Stoffe mit einer höheren Dichte als der von Wasser.
  • Sandhose bezeichnet einen lokalen Luftwirbel mit aufgewirbeltem Sand, großflächig spricht man von Sandsturm.
  • Der Sandmann im deutschsprachigen Volksmythos streut den Kindern beim Einschlafen ?Sand in die Augen?. Die Titelfigur der Sendung ''Unser Sandmännchen'' wurde daraus abgeleitet.
  • Sandrosen sind natürliche Gebilde aus Gips oder Schwerspat (Baryt), die aus wässrigen Lösungen im Kornzwischenraum von Sanden auskristallisieren
  • ''Kinetischer Sand'' ist ein Indoor-Spielzeug, bestehend aus reinem Quarzsand, der von einem silikonartigen Bindemittel zusammengehalten wird und wie nasser Sand geformt werden kann.
  • Sand wurde von der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften zum Gestein des Jahres 2016 gekürt

Regionen, Orte und Straßen, die mit dem Vorkommen, dem Abbau, dem Transport oder der Lagerung von Sand in Zusammenhang stehen oder standen (vgl. Verbreitung), weisen darauf nicht selten durch Namen hin, in denen die Wörter ?Sand? oder stellvertretend auch ?Gries? oder ?Grieß? vorkommen, in Deutschland z.?B. Sandhausen im Norden der Oberrheinischen Tiefebene, ''Riedern am Sand'' im Klettgau und das unweit davon gelegene ''Grießen'', in Österreich z.?B. ''Gries am Brenner'', die ''Sandgasse'' in Linz, der Stadtbezirk ''Gries'' in Graz sowie ''Sandgrube 13'', die Adresse eines Winzers in Krems an der Donau. Die große Teile der Norddeutschen Tiefebene prägenden Sandböden werden unter anderem in der ersten Zeile des Brandenburgliedes (?Märkische Heide, märkischer Sand?) rezipiert.

?Sand? als Symbol

?Sand?, als rhetorische Figur, findet sich in vielen Redewendungen. Dabei ist sie oft negativ besetzt:

  • ''Jemandem Sand in die Augen streuen'' für ?jemanden täuschen?
  • ''Etwas in den Sand setzen'' für ?einen Misserfolg verursachen?
  • ''Sand im Getriebe'' für ?ein gestörter Ablauf?
  • ''Wie Sand am Meer'' für ?unzählbar große Anzahl?
  • ''Den Kopf in den Sand stecken'' für ?eine Gefahr nicht sehen wollen? oder ?frühzeitig aufgeben?
  • ''Auf Sand gebaut sein'' für ?eine unsichere Grundlage haben?
  • ''Im Sande verlaufen'' für ?ein ergebnisloses Ende?
  • ''Wie Sand durch die Finger rinnen'' für ?etwas nicht Greifbares oder Verlorenes?

In Bildfiguren (z.?B. ''Spuren im Sand'') ist Sand ein Symbol für die (vergehende) Zeit. Besonders ausdrucksstark in dieser Hinsicht sind Sanduhren, zumal sie nur für die Bestimmung endlicher Zeiträume benutzt werden können (?die Zeit verrinnt?).

Literatur

  • Hans Füchtbauer (Hrsg.): ''Sediment-Petrologie, Bd. 2: Sedimente und Sedimentgesteine''. 4. Aufl. Schweitzerbart, Stuttgart 1988, ISBN 3-510-65138-3.
  • Raymond Siever: ''Sand. Ein Archiv der Erdgeschichte''. Verlag Spektrum der Wissenschaft, ISBN 3-922508-95-2.
  • Michael Welland: ''Sand ? A Journey Through Science and the Imagination''. University Press, Oxford 2009.

Weblinks

Einzelnachweise